Balloons

Die Idee

Die Vorgabe für den zu drehenden Film war es, möglichst viele Kamerasysteme zu verwenden. Von daher musste die Idee im besten Fall von viel Bewegung geprägt sein, um ein möglichst dynamisches Video zu erzeugen. Da ich mich in der Vergangenheit schon gerne mit Drohnen beschäftigt habe, überlegte ich, wodurch man vielleicht sogar mit der Handlung in die Luft gehen könnte. So entstand die Idee, einen Ballon oder auch mehrere in einem Bündel zu verfolgen. Einerseits machte es Sinn, diese mit einem Videocopter zu verfolgen und andererseits gäbe es die Möglichkeit, eine Actioncam an ihnen zu befestigen. Somit wurde die Handlung im Film auf dieser Idee basierend entwickelt. Heliumballons werden häufig in bunten Farben zum Geburtstag oder als rote Herzen zum Valentinstag verschenkt. Um eine Konfliktsituation zu erzeugen, soll der Film von einem Jungen handeln, der seiner Freundin zum Valentinstag Ballons schenken möchte, an denen ein Umschlag mit Konzerttickets hängt. Um für Spannung und Empathie des Zuschauers zu sorgen, sollte der Strauß aus einem bestimmten Grund wegfliegen. Hierfür ist der rücksichtslose Fahrradfahrer zuständig. Durch ihn lässt der Protagonist die Ballons los, welche später von einem Passanten auf einer Brücke abgefangen werden soll. Dieser Passant ist mit seiner Freundin verabredet, hat aber noch nicht das am Telefon versprochene tolle Geschenk. Da kommen ihm die Luftballons genau rechtzeitig in die Hände geflogen. Zum Schluss stellt sich aber heraus, dass der Mann ein großes Herz hat, und die ursprünglich geplante Überraschung des Protagonisten perfekt macht. Durch diesen Plot lassen sich die GoPro, das Gimbal und der Videocopter in einem Film gemeinsam einsetzen, um die Handlung zu untermalen.

Der Dreh

Der Dreh fand auf und unter der großen Schwentinebrücke in Kiel Wellingdorf statt, welche auch im Film durch ihre Höhe eine wichtige Rolle spielt. Ein Problem war hierbei der Lärm vom Verkehr auf der Brücke, der vor allem bei den Szenen mit dem Passanten störte. Allerdings konnte durch geschicktes Angeln des Tons der Lärm minimiert werden. Das größere Problem war der starke Wind, der dazu auch noch aus der falschen Richtung kam, nämlich weg von der Brücke. Nur mit vielen Anläufen und Angelschnur war es möglich, die Ballons einigermaßen unter Kontrolle zu bekommen. Aufgrund dessen gibt es auch leider keine Aufnahme, die zeigt, wie die Ballons zur Brücke aufsteigen. Ursprünglich sollte dabei eine GoPro an den Ballons befestigt werden, jedoch wurden diese Aufnahmen dann vom Videocopter durchgeführt und im Nachhinein in After Effects verwackelt, um diesen unvermeidbaren Continuity Fehler zu verbergen.

Technik

Für die Luftbilder wurde die DJI Mavic eingesetzt, welche ihren Job sehr gut gemacht hat, jedoch war es schwer, das Bild an die Sony A6500 anzugleichen. Hier hätte man vorher besser die Einstellungen ausprobieren müssen. Die GoPros hingegen konnten gut angeglichen werden und fallen einzig durch ihre hohe Tiefenschärfe auf. Da der Dreh in 4 Stunden ablaufen sollte und wir keine Möglichkeit hatten, auf dem Gimbal die Schärfe zu ziehen, wurde komplett auf Autofokus gesetzt. Generell würde ich davon abraten, doch bis auf wenige Einstellungen erzielten wir sehr gute Ergebnisse. Mit Hilfe eines externen Monitors hätte man dies noch besser überwachen und Probleme vor Ort erkennen können.

Fazit

Es stellte sich als eine große Herausforderung heraus, eine so unkontrollierbare Requisite, wie den Strauß von Heliumballons in den Fokus dieses Filmes zu stellen. Einige Schwierigkeiten waren bereits vorhersehbar und konnten durch eine gute Planung vermindert werden. Andere ließen sich nicht einwandfrei lösen. Daraus habe ich gelernt, in Zukunft meine Ideen bis ins letzte Detail zu durchdenken und abzuwägen, welche auch bei begrenzten Möglichkeiten umsetzbar sind. Letztendlich ist aber durch die Hilfsbereitschaft der großartigen Schauspieler und Crew sowie einer intensiven Nachbearbeitung ein sehenswerter Film entstanden, der verschiedene Kamerasysteme gut unterbringen kann.

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